Ein Add-on ist ein Unternehmen, das im Rahmen einer Buy-and-Build-Strategie zu einer bestehenden Plattform hinzugekauft wird. Aus vielen solchen Zukäufen entsteht über die Zeit ein größeres Unternehmen. Für kleinere IT- und Softwarefirmen ist die Rolle als Add-on oft eine attraktive Verkaufschance.
Der ARR ist der jährlich wiederkehrende Umsatz eines Unternehmens, also die auf ein Jahr gerechnete Summe aller laufenden Abos und Verträge. Einmalige Einnahmen zählen nicht dazu. Bei der Bewertung von SaaS-Unternehmen ist der ARR die wichtigste Kennzahl, weil er zeigt, wie planbar das Geschäft ist.
Beim Asset Deal verkaufen Sie nicht die Anteile am Unternehmen, sondern einzelne Wirtschaftsgüter wie Verträge, Kundenstamm, Hardware oder die Rechte an der Software. Die Gesellschaft selbst bleibt bei Ihnen. Für Personengesellschaften ist der Asset Deal in der Regel der einzig mögliche Weg.
Buy-and-Build ist eine Strategie, bei der ein Investor ein solides Unternehmen als Basis kauft (die Plattform) und dann gezielt weitere, kleinere Unternehmen hinzukauft, um sie zu einer größeren Einheit zusammenzuführen. Im zersplitterten IT- und Softwaremarkt ist diese Strategie weit verbreitet.
Die Churn Rate gibt an, wie viele Kunden in einem bestimmten Zeitraum abspringen. Eine niedrige Quote steht für ein stabiles, gesundes Geschäft, eine hohe für Instabilität. Bei Unternehmen mit wiederkehrenden Umsätzen ist sie eine der wichtigsten Kennzahlen für Käufer.
Das Closing ist der Vollzug des Unternehmensverkaufs, also der Zeitpunkt, an dem das Unternehmen tatsächlich den Eigentümer wechselt und der Kaufpreis fließt. Es ist zu unterscheiden vom Signing, der Unterzeichnung des Vertrags, die zeitlich davor liegen kann.
Die DCF-Methode bewertet ein Unternehmen anhand seiner künftig erwarteten Zahlungsströme, die auf den heutigen Wert zurückgerechnet werden. Sie gilt als präzise, ist aber aufwendig und stark von Annahmen abhängig. In der Praxis kommt sie eher bei größeren oder komplexeren Deals zum Einsatz.
Ein Deal-Breaker ist ein Problem, das so schwer wiegt, dass ein Käufer den Kauf lieber abbricht, als es hinzunehmen. Typische Beispiele sind ein Klumpenrisiko bei wenigen Großkunden, ungeklärte Rechte am Code oder versteckte rechtliche Altlasten. Anders als kleinere Mängel, die zu Preisabschlägen führen, stellen Deal-Breaker den ganzen Verkauf infrage.
Das sind Klauseln im Gesellschaftsvertrag, die Minderheits- und Mehrheitsgesellschafter beim Verkauf schützen. Die Drag-Along-Klausel erlaubt es dem Mehrheitsgesellschafter, die Minderheit zum Mitverkauf zu zwingen. Die Tag-Along-Klausel gibt der Minderheit das Recht, unter denselben Bedingungen mitzuverkaufen.
Die Due Diligence ist die gründliche Prüfung des Unternehmens durch den Käufer vor dem Kauf. Geprüft werden Finanzen, Verträge, rechtliche und steuerliche Risiken, das Personal und bei Softwarefirmen die Technik. Was in der Prüfung auffällt, landet oft als Preisabschlag im Vertrag.
Ein Earn-out ist ein variabler Kaufpreisbestandteil, der an die künftige Entwicklung des Unternehmens gekoppelt ist. Ein Teil des Kaufpreises fließt nur, wenn das Unternehmen nach dem Verkauf bestimmte Ziele erreicht. Der Earn-out kann fair sein, wird aber zur Falle, wenn die Bedingungen unklar formuliert sind.
Das EBIT ist der Gewinn vor Zinsen und Steuern. Es zeigt die operative Ertragskraft eines Unternehmens, berücksichtigt im Gegensatz zum EBITDA aber die Abschreibungen. Bei der Bewertung von IT-Service-Unternehmen wird seltener das EBIT als Basis herangezogen.
Das EBITDA ist der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Es zeigt, wie viel ein Unternehmen aus seinem eigentlichen Geschäft erwirtschaftet, unabhängig von Finanzierung und Steuereffekten. Bei der Bewertung von IT-Service- und Managed-Service-Unternehmen ist das EBITDA meist die Kennzahl, auf die der Multiplikator angewendet wird.
Exit Readiness bezeichnet die Verkaufsfähigkeit eines Unternehmens, also den Zustand, in dem es ohne den Inhaber läuft, die Zahlen sauber dokumentiert sind und die typischen Risiken beseitigt wurden. Ein Unternehmen mit hoher Exit Readiness verkauft sich schneller und zu einem besseren Preis.
Ein Finanzinvestor kauft ein Unternehmen, um es über einige Jahre weiterzuentwickeln und später mit Gewinn wieder zu verkaufen. Der bekannteste Typ ist die Private-Equity-Gesellschaft. Anders als ein strategischer Käufer betreibt er selbst kein Unternehmen in der Branche, sondern investiert Kapital und setzt auf das bestehende Management.
Das Information Memorandum ist das ausführliche Verkaufsdokument, das ein ernsthafter Interessent erhält, nachdem er eine Vertraulichkeitsvereinbarung unterschrieben hat. Es enthält die Details zum Unternehmen, also Zahlen, Geschäftsmodell, Kunden und Perspektiven. Es ist die vertrauliche Fortsetzung des anonymen Teasers.
Der Letter of Intent ist die schriftliche Absichtserklärung eines Käufers, das Unternehmen zu einem bestimmten Preis und unter bestimmten Bedingungen kaufen zu wollen. Der Kern, also Preis und Kaufabsicht, ist meist unverbindlich, einzelne Klauseln wie Vertraulichkeit und Exklusivität sind es dagegen sehr wohl.
Die Locked Box ist ein Kaufpreismodell, bei dem der Preis auf die Zahlen eines festen, bereits vergangenen Stichtags fixiert wird und danach nicht mehr angepasst wird. Sie bietet dem Verkäufer Planungssicherheit, verlangt aber strenge Regeln darüber, was zwischen Stichtag und Vollzug aus dem Unternehmen entnommen werden darf.
Bei der Käufersuche ist die Longlist die breite Liste aller Käufer, die grundsätzlich infrage kommen. Aus ihr wird durch Prüfung und Priorisierung die Shortlist gemacht, eine überschaubare Auswahl der ernsthaftesten Kandidaten, die tatsächlich angesprochen werden.
Beim Management-Buy-out kauft das bereits im Unternehmen tätige Management, das ist eine Form der internen Nachfolge. Beim Management-Buy-in kommt eine neue Führungskraft von außen und kauft sich ein, das zählt zur externen Nachfolge. Beide Wege scheitern am häufigsten an der Finanzierung.
Ein Multiplikator ist der Faktor, mit dem beim Multiplikatorverfahren eine Kennzahl (meist Umsatz oder Gewinn) multipliziert wird, um den Unternehmenswert zu schätzen. Der Faktor leitet sich aus vergleichbaren Verkäufen am Markt ab. Wie hoch er ausfällt, hängt von Wachstum, Kundenbindung und Profitabilität ab.
Ein NDA (Non-Disclosure Agreement) ist ein Vertrag, in dem sich ein Interessent verpflichtet, die erhaltenen Informationen geheim zu halten und nur zur Prüfung des Kaufs zu verwenden. Es ist der wichtigste Schutz des Verkäufers in der frühen Phase und wird unterschrieben, bevor vertrauliche Unterlagen den Besitzer wechseln.
Die Net Revenue Retention zeigt, wie sich der Umsatz mit bestehenden Kunden über die Zeit entwickelt. Liegt sie über 100 Prozent, wächst der Umsatz allein aus dem Bestand, auch ohne einen einzigen Neukunden. Sie ist einer der stärksten Werttreiber bei SaaS-Unternehmen.
Bei einer Rückbeteiligung verkaufen Sie nicht hundert Prozent, sondern investieren einen Teil Ihres Verkaufserlöses wieder in das Unternehmen und bleiben mit einem kleineren Anteil beteiligt. Verkauft der Investor das Unternehmen später mit Gewinn weiter, verdienen Sie an diesem zweiten Verkauf mit. Das Modell ist bei Finanzinvestoren beliebt.
Beim Share Deal verkaufen Sie die Anteile an der Gesellschaft, der Käufer übernimmt das Unternehmen komplett samt aller Verträge, Mitarbeiter und Risiken. Er ist nur bei Kapitalgesellschaften wie der GmbH oder AG möglich. Bei IT- und Softwarefirmen ist er der bevorzugte Weg, weil die laufenden Verträge einfach weiterlaufen.
Das Share Purchase Agreement ist der rechtlich bindende Kaufvertrag beim Share Deal. Es regelt Kaufpreis, Zahlung, Garantien und Haftung. Besonders die Garantie- und Haftungsklauseln entscheiden darüber, wie viel vom Kaufpreis am Ende wirklich beim Verkäufer bleibt, und können noch Jahre nach dem Verkauf greifen.
Das Signing ist die Unterzeichnung des Kaufvertrags. Es ist vom Closing zu unterscheiden, dem tatsächlichen Vollzug des Verkaufs. Zwischen beiden können Wochen liegen, etwa wenn noch Bedingungen zu erfüllen sind, bevor das Unternehmen den Eigentümer wechselt.
Ein strategischer Käufer ist ein Unternehmen, das Ihres kauft, um selbst zu wachsen, meist aus derselben oder einer angrenzenden Branche. Weil Ihr Unternehmen für ihn einen strategischen Zusatzwert hat, ist er oft bereit, mehr zu zahlen als ein Finanzinvestor. Im Gegenzug wird Ihr Unternehmen meist voll integriert.
Der Teaser ist eine anonyme Kurzinfo, mit der mögliche Käufer zuerst angesprochen werden. Er zeigt die wichtigsten Eckdaten wie Branche, grobe Größe und Geschäftsmodell, aber nicht den Namen des Unternehmens. So kann ein Interessent einschätzen, ob es passt, ohne die Identität des Verkäufers zu kennen.
Ein Term Sheet ist eine Aufstellung der wichtigsten Eckpunkte eines geplanten Deals, ähnlich dem Letter of Intent. Es hält Preis, Struktur und zentrale Bedingungen fest und dient als Grundlage für die weitere Verhandlung. Wie beim LOI sind die meisten Punkte unverbindlich.
Bei einem Verkäuferdarlehen stunden Sie dem Käufer einen Teil des Kaufpreises. Der Käufer zahlt also nicht alles sofort, sondern schuldet Ihnen einen Teil, den er später verzinst zurückzahlt. Das erleichtert dem Käufer die Finanzierung, bedeutet für Sie aber, dass ein Teil Ihres Geldes mit dem entsprechenden Risiko im Unternehmen arbeitet.