Bei der Unternehmensnachfolge gibt es zwei Grundrichtungen: die interne und die externe Nachfolge. Bei der internen Nachfolge übernimmt jemand aus dem engeren Kreis, meist die Familie oder das eigene Management. Bei der externen Nachfolge kommt ein Käufer von außen, in der Regel über einen Verkauf. Die interne Lösung bringt Kontinuität, die externe meist einen höheren Preis. Dieser Beitrag stellt beide Wege gegenüber und zeigt, worauf es bei der Entscheidung ankommt.
Die Wahl zwischen intern und extern ist keine reine Rechenaufgabe. Es geht um Geld, klar, aber auch um Gefühl, um Verantwortung und um die Frage, was mit dem passieren soll, was Sie über Jahre aufgebaut haben. Wer diese Entscheidung nur mit dem Taschenrechner trifft, greift zu kurz. Wer sie nur mit dem Bauch trifft, allerdings auch.
Kontinuität, Vertrautheit und ein gutes Gefühl. Bei der internen Nachfolge bleibt das Unternehmen in Händen, die Sie kennen, sei es in der Familie oder beim eigenen Management. Das Team kennt seine neuen Chefs, die Kultur überlebt, die Kunden erleben einen sanften Übergang statt eines harten Schnitts. Für viele Inhaber ist das ein beruhigender Gedanke: Das Lebenswerk läuft weiter, wie es war, nur ohne sie an der Spitze.
Dazu kommt der weichere Übergang. Ein interner Nachfolger, der das Unternehmen von innen kennt, muss sich nicht mühsam einarbeiten. Das Risiko böser Überraschungen nach der Übergabe ist geringer, weil beide Seiten wissen, worauf sie sich einlassen. Wenn Kontinuität und der Fortbestand Ihres Unternehmens ganz oben stehen, hat die interne Lösung einen echten Wert, der sich nicht nur in Euro messen lässt.
Meist der Preis und die Frage, ob der Nachfolger es kann und will. Fangen wir beim Geld an: Ein interner Nachfolger, ob Familienmitglied oder Manager, hat selten das Kapital eines strategischen Käufers oder eines Investors. Das drückt in aller Regel den Erlös. Wer intern übergibt, tauscht also oft einen Teil des möglichen Preises gegen Kontinuität ein. Das kann die richtige Entscheidung sein, sollte aber bewusst getroffen werden.
Der zweite Haken ist heikler, weil er persönlich ist. Will die nächste Generation überhaupt? Und kann sie es? Nicht jedes Kind brennt für das Unternehmen der Eltern, und nicht jeder gute Mitarbeiter ist auch ein guter Unternehmer. Eine interne Nachfolge, die aus Pflichtgefühl oder Bequemlichkeit erzwungen wird, geht oft schief, und dann leidet nicht nur das Unternehmen, sondern auch die Beziehung. Ehrlichkeit ist hier wichtiger als der Wunsch, dass es passt.
→ Beitrag: MBO und MBI erklärt
Ein höherer Preis, frische Kraft und ein klarer Schnitt. Bei der externen Nachfolge verkaufen Sie an jemanden von außen, und das bringt handfeste Vorteile. Durch die Käufersuche treten mehrere Interessenten gegeneinander an, und dieser Wettbewerb treibt den Preis. Ein externer Käufer bringt außerdem oft neue Ressourcen, neues Kapital und neue Ideen mit, die das Unternehmen weiterbringen können.
Dazu kommt der klare Schnitt. Wer wirklich loslassen und ein neues Kapitel aufschlagen will, für den ist die externe Lösung oft ehrlicher als eine interne Übergabe, bei der man doch nie ganz von der Bühne geht. Gerade in einem aktiven Markt wie dem für IT- und Softwareunternehmen gibt es viele potenzielle Käufer, was die externe Nachfolge zu einer realistischen und attraktiven Option macht.
→ Beitrag: Käufer für Ihr IT- oder Software-Unternehmen finden
Der Verlust der Kontrolle und die Ungewissheit, was danach kommt. Wenn Sie extern verkaufen, geben Sie Ihr Unternehmen in Hände, die Sie noch nicht kennen. Sie können nicht mit letzter Sicherheit steuern, was der neue Eigentümer damit macht. Manch einer führt das Unternehmen im Sinne des Gründers weiter, ein anderer strukturiert um, integriert oder setzt andere Schwerpunkte. Diese Ungewissheit muss man aushalten können.
Auch für das Team bedeutet ein externer Verkauf Veränderung, und die sorgt für Unruhe, zumindest am Anfang. Deshalb lohnt es sich, einen externen Käufer nicht nur nach seinem Angebot auszuwählen, sondern auch danach, was er mit dem Unternehmen und den Menschen darin vorhat. Der höchste Preis ist nicht automatisch die beste Wahl, wenn Ihnen wichtig ist, was aus Ihrem Lebenswerk wird.
Sie kennen jetzt die Vor- und Nachteile beider Wege: die interne Nachfolge mit Kontinuität, aber oft geringerem Erlös, und die externe Nachfolge mit höherem Preis, aber weniger Kontrolle. Die Entscheidung hängt davon ab, was für Sie schwerer wiegt, das Geld oder der Fortbestand in vertrauten Händen.
Wenn Sie den häufigsten internen Weg genauer verstehen wollen, geht es zum Beitrag über MBO und MBI. Wenn Sie über den externen Verkauf nachdenken, geht es zum Beitrag über die Käufersuche. Und wenn Sie unsicher sind, welcher Weg zu Ihrer Situation passt, reden wir.
→ Beitrag: MBO und MBI erklärt
→ Beitrag: Käufer für Ihr IT- oder Software-Unternehmen finden