Nachfolge und Verkauf werden oft in einen Topf geworfen, meinen aber nicht dasselbe. Die Nachfolge ist die übergeordnete Frage: Wer führt Ihr Unternehmen weiter, wenn Sie es nicht mehr tun? Der Verkauf ist einer der Wege, diese Frage zu beantworten. Man kann die Nachfolge auch intern regeln, etwa in der Familie oder im eigenen Management. Sobald es aber an Externe geht, ist die Nachfolge in der Praxis ein Unternehmensverkauf. Dieser Beitrag klärt den Unterschied und hilft Ihnen bei der Richtungsentscheidung.
Viele Inhaber schieben dieses Thema vor sich her, weil es unbequem ist. Es erinnert daran, dass man nicht ewig weitermacht. Aber wer die Frage nach der Nachfolge nicht stellt, überlässt die Antwort irgendwann dem Zufall, dem Alter oder der Gesundheit. Und das sind die schlechtesten Ratgeber, die man sich für die wichtigste unternehmerische Entscheidung des Lebens vorstellen kann.
Die Nachfolge ist die Frage, der Verkauf eine der Antworten. Wenn Sie irgendwann aufhören wollen, steht die Nachfolgefrage im Raum: Wer übernimmt? Darauf gibt es mehrere mögliche Antworten. Eine davon ist, das Unternehmen an jemanden aus dem eigenen Umfeld zu übergeben. Eine andere ist, es an einen externen Käufer zu verkaufen.
Der Verkauf ist also nicht das Gegenteil der Nachfolge, sondern ein Teil davon, nämlich die externe Variante. Deshalb ist die Begriffsverwirrung mehr als Wortklauberei: Wer „Nachfolge“ sagt, aber eigentlich an einen Verkauf an einen Fremden denkt, muss sich mit dem gesamten Verkaufsprozess auseinandersetzen, mit Bewertung, Käufersuche, Prüfung und Vertrag. Wer dagegen intern übergibt, geht einen anderen Weg mit eigenen Regeln.
→ Beitrag: Unternehmensverkauf, der Ablauf Schritt für Schritt
Grob zwei: die interne und die externe Nachfolge. Bei der internen Nachfolge bleibt das Unternehmen in vertrauten Händen. Das kann die nächste Generation der Familie sein oder das eigene Management, das übernimmt und weiterführt. Bei der externen Nachfolge kommt jemand von außen, in aller Regel über einen Verkauf, sei es ein strategischer Käufer, ein Finanzinvestor oder ein einzelner Unternehmer.
Beide Wege sind legitim, und keiner ist grundsätzlich besser. Sie führen nur zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen, beim Preis, bei der Kontinuität und bei dem, was von Ihrem Lebenswerk bleibt. Die Kunst liegt darin, ehrlich zu erkennen, welcher Weg zu Ihrer Situation und zu Ihren Zielen passt, statt dem Weg zu folgen, der sich im Moment am bequemsten anfühlt.
→ Beitrag: Familieninterne vs. externe Nachfolge
Das hängt davon ab, was Ihnen am wichtigsten ist: Geld, Kontinuität oder Geschwindigkeit. Wenn der höchste Erlös Ihr Hauptziel ist, führt der Weg meist über den externen Verkauf, denn der Wettbewerb mehrerer Käufer treibt den Preis, den ein interner Nachfolger selten aufbringen kann. Wenn Ihnen dagegen wichtiger ist, dass das Unternehmen in vertrauten Händen bleibt und die Kultur überlebt, kann die interne Nachfolge die richtige Wahl sein, auch wenn sie oft weniger einbringt.
Es gibt hier keine allgemeingültig richtige Antwort, nur die, die zu Ihnen passt. Und diese Antwort hat immer zwei Seiten: eine wirtschaftliche und eine persönliche. Was bringt mir der Weg finanziell, und was bedeutet er für mich, mein Team und das, was ich aufgebaut habe? Wer sich beide Fragen ehrlich beantwortet, trifft eine Entscheidung, die er später nicht bereut.
→ Beitrag: Strategische Käufer vs. Finanzinvestoren
Weil beide Wege Zeit brauchen und Ihnen die Zeit sonst die Entscheidung abnimmt. Eine interne Nachfolge lässt sich nicht über Nacht aus dem Boden stampfen. Einen Nachfolger in der Familie oder im Management aufzubauen, dauert Jahre. Und auch der externe Verkauf braucht Vorlauf, wenn Sie das Unternehmen verkaufsfähig machen und einen guten Preis erzielen wollen.
Wer die Nachfolgefrage erst dann stellt, wenn er raus will oder raus muss, hat die Wahl schon verloren. Dann bleibt nur noch, was in der Kürze der Zeit möglich ist, und das ist selten das Beste. Wer dagegen früh entscheidet, hält sich beide Türen offen und kann in Ruhe den Weg wählen, der wirklich passt. Die unbequeme Frage heute zu stellen, ist der Preis dafür, sie später nicht unter Druck beantworten zu müssen.
Sie wissen jetzt, dass Nachfolge die Frage und der Verkauf eine ihrer Antworten ist, welche Wege es gibt und dass die Entscheidung sowohl eine wirtschaftliche als auch eine persönliche Seite hat. Die zentrale Erkenntnis: früh entscheiden, um überhaupt eine echte Wahl zu haben.
Wenn Sie die interne und externe Nachfolge genauer gegeneinander abwägen wollen, geht es zum entsprechenden Beitrag. Wenn Sie über den externen Verkauf nachdenken und wissen wollen, was Ihr Unternehmen wert wäre, geht es zur Bewertung. Und wenn Sie herausfinden wollen, welcher Weg zu Ihrer Situation passt, reden wir. In Ruhe, ohne dass Sie sich zu etwas verpflichten.
→ Beitrag: Familieninterne vs. externe Nachfolge
→ Beitrag: Unternehmensbewertung, was Ihr Unternehmen wert ist