Zweite Führungsebene aufbauen: Warum Ihr Unternehmen sie für den Verkauf braucht

Eine belastbare zweite Führungsebene macht Ihr Unternehmen leichter verkäuflich und mehr wert. Sie sorgt dafür, dass der Betrieb weiterläuft, wenn Sie als Inhaber gehen. Genau das braucht ein Käufer: Menschen, die das Unternehmen führen können, ohne dass er selbst einspringen muss. Dieser Beitrag zeigt, warum die zweite Reihe beim Verkauf so schwer wiegt und wie Sie sie rechtzeitig aufbauen.

Es ist der Hebel mit dem längsten Vorlauf und deshalb der, mit dem Sie am frühesten anfangen sollten. Eine Führungskraft, die Verantwortung wirklich trägt, entsteht nicht in einem Quartal. Wer erst mit dem Aufbau beginnt, wenn der Verkauf schon am Horizont steht, kommt zu spät. Die zweite Ebene ist kein Projekt für die letzten Monate, sondern eine Aufgabe für die Jahre davor.

Warum ist die zweite Führungsebene beim Verkauf so wichtig?

Weil sie dem Käufer die wichtigste Frage beantwortet: Wer führt das hier, wenn der Chef weg ist? Ohne eine zweite Reihe lautet die Antwort im Zweifel „niemand“, und das ist für einen Käufer ein ernstes Problem. Er müsste selbst die Führung übernehmen oder von außen jemanden holen, der das Unternehmen nicht kennt. Beides ist teuer und riskant, und beides drückt den Preis.

Mit einer eingespielten zweiten Ebene sieht die Sache anders aus. Das Unternehmen hat bewiesen, dass es auch ohne den Inhaber Entscheidungen trifft und den Betrieb am Laufen hält. Für einen Finanzinvestor ist das oft sogar Voraussetzung, denn er setzt darauf, dass das bestehende Management nach dem Kauf weitermacht. Eine starke zweite Reihe erweitert damit auch den Kreis möglicher Käufer.

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Woran erkennen Sie, dass die zweite Ebene fehlt?

An einem einfachen Test: Was passiert, wenn Sie zwei Wochen nicht erreichbar sind? Wenn dann Entscheidungen liegen bleiben, Kunden vertröstet werden und sich Probleme stapeln, bis Sie zurück sind, dann gibt es keine funktionierende zweite Ebene. Dann sind Sie nicht der Chef des Unternehmens, sondern sein Engpass.

Ein weiteres Zeichen: Wenn Ihre Mitarbeiter bei jeder Frage, die über den Alltag hinausgeht, zu Ihnen kommen, statt selbst zu entscheiden. Das mag sich nach Kontrolle und Nähe anfühlen, ist aber in Wahrheit ein Klumpenrisiko auf zwei Beinen, nämlich Ihren. Wer diesen Test bei sich ehrlich macht, weiß schnell, wo er steht.

Wie bauen Sie eine zweite Führungsebene auf?

Indem Sie Verantwortung wirklich abgeben, nicht nur delegieren. Der Unterschied ist entscheidend. Aufgaben verteilen viele, aber echte Verantwortung bedeutet, dass jemand auch entscheiden darf, Fehler machen darf und die Konsequenzen trägt. Nur so wachsen Menschen in eine Führungsrolle hinein.

Suchen Sie die richtigen Leute, intern oder von außen, und geben Sie ihnen Schritt für Schritt mehr Entscheidungsspielraum. Ziehen Sie sich bewusst aus Bereichen zurück, statt überall die Hand draufzuhalten. Das erfordert Vertrauen und die Bereitschaft, dass anfangs nicht alles so läuft, wie Sie es getan hätten. Genau das ist der Preis für ein Unternehmen, das ohne Sie funktioniert. Und dieser Preis zahlt sich beim Verkauf mehrfach zurück.

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Was, wenn die Zeit für den Aufbau nicht mehr reicht?

Dann wird es eng, aber nicht aussichtslos. Wenn der Verkauf schon näher rückt und eine zweite Ebene fehlt, lässt sich das nicht mehr vollständig nachholen. Ehrlich gesagt: Der Zug ist dann größtenteils abgefahren. Was Sie noch tun können, ist, wenigstens Schlüsselpersonen zu identifizieren und ihnen sichtbar mehr Verantwortung zu geben, damit der Käufer erkennt, dass Potenzial da ist.

Eine Option ist auch, die Übergabe über einen längeren Zeitraum nach dem Verkauf zu gestalten, in dem Sie noch an Bord bleiben und einen Nachfolger einarbeiten. Das ist oft Teil der Verhandlung. Ideal ist es nicht, denn es bindet Sie länger als gewünscht und kann Teile des Kaufpreises an Ihr Bleiben knüpfen. Die klar bessere Lösung bleibt, früh genug anzufangen.

Und jetzt?

Sie wissen jetzt, warum die zweite Führungsebene beim Verkauf so schwer wiegt, wie Sie erkennen, ob sie fehlt, und wie Sie sie aufbauen. Die wichtigste Botschaft: Es ist der Hebel mit dem längsten Vorlauf, also hat er die höchste Dringlichkeit, auch wenn der Verkauf noch fern scheint.

Wenn Sie den eng verwandten Hebel angehen wollen, geht es zur Reduktion der Inhaberabhängigkeit. Wenn Sie den Überblick über alle Vorbereitungsschritte wollen, geht es zum Beitrag über die Verkaufsvorbereitung. Und wenn Sie einschätzen wollen, wie es um Ihre zweite Reihe steht, reden wir.

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