Was suchen Private-Equity-Investoren bei Software- und IT-Unternehmen?

Private-Equity-Investoren suchen bei Software- und IT-Unternehmen vor allem eines: planbares, wiederkehrendes Geschäft mit Wachstumspotenzial. Sie bevorzugen Unternehmen mit stabilen Abo- oder Serviceumsätzen, treuen Kunden und gesunden Margen, die sich über einige Jahre weiterentwickeln lassen. Dieser Beitrag zeigt, worauf Private Equity genau achtet, was Investoren abschreckt und wie Sie Ihr Unternehmen für diese Käufergruppe attraktiv machen.

Wer verstehen will, wie ein Finanzinvestor tickt, muss sein Geschäftsmodell verstehen. Private Equity kauft nicht, um zu behalten, sondern um in einigen Jahren mit Gewinn weiterzuverkaufen. Alles, worauf ein Investor achtet, folgt aus dieser einen Logik. Wenn Sie das begriffen haben, wissen Sie auch, warum er auf bestimmte Dinge geradezu allergisch reagiert und für andere gern zahlt.

Warum lieben Investoren wiederkehrende Umsätze?

Weil sie planbar sind, und Planbarkeit ist die Währung von Private Equity. Ein Investor rechnet mit dem, was sicher kommt. Ein Software-Unternehmen mit stabilen Abo-Umsätzen oder ein IT-Dienstleister mit langfristigen Serviceverträgen liefert genau das: einen Umsatz, der auch nächstes Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder da ist, ohne dass man bei null anfangen muss.

Diese Planbarkeit ist für das Modell des Investors entscheidend. Er finanziert den Kauf oft teilweise über Kredite, und die will er aus den laufenden Umsätzen bedienen. Ein Geschäft, das jeden Monat aufs Neue erkämpft werden muss, ist dafür zu wackelig. Ein Geschäft mit hohem Anteil wiederkehrender Umsätze ist berechenbar und damit finanzierbar. Deshalb steht genau dieser Umsatzanteil ganz oben auf der Prüfliste jedes Investors.

→ Beitrag: Welche Kennzahlen prüfen Käufer bei IT- und Software-Unternehmen?

Wie wichtig ist Wachstum?

Sehr wichtig, denn ohne Wachstum funktioniert das Modell nicht. Der Investor will das Unternehmen in einigen Jahren wertvoller wieder verkaufen, als er es gekauft hat. Diesen Wertzuwachs holt er zu einem großen Teil aus Wachstum. Ein Unternehmen, das stabil, aber stagnierend ist, ist für einen strategischen Käufer vielleicht interessant, für einen Finanzinvestor aber nur bedingt.

Dabei muss das Wachstum nicht zwingend schon da sein. Oft reicht überzeugendes Potenzial: ein Markt, der wächst, ein Produkt, das sich ausbauen lässt, oder die Chance, durch Zukäufe zu wachsen. Genau hier setzen viele Investoren mit einer Buy-and-Build-Strategie an, bei der Ihr Unternehmen zur Basis oder zum Baustein eines größeren Verbunds wird. Wer eine glaubwürdige Wachstumsgeschichte erzählen kann, wird für Private Equity interessant.

→ Beitrag: Was steckt hinter einer Buy-and-Build-Strategie?

Was schreckt Investoren ab?

Alles, was das Geschäft unberechenbar oder riskant macht. Ganz oben auf der Liste steht die Abhängigkeit vom Inhaber. Ein Investor setzt darauf, dass das Unternehmen nach dem Kauf mit dem bestehenden Management weiterläuft. Wenn aber alles an Ihnen hängt und Sie nach dem Verkauf aussteigen, kauft er ein Problem. Ein starkes Management-Team ist für Private Equity deshalb oft geradezu Voraussetzung.

Weitere Abschreckungspunkte: ein Klumpenrisiko bei wenigen Großkunden, eine hohe Kündigungsquote, dünne oder unklare Margen und Zahlen, die sich nicht sauber belegen lassen. Jeder dieser Punkte macht das Geschäft unberechenbarer und damit schwerer finanzierbar. Die gute Nachricht: All das sind Dinge, die Sie vor einem Verkauf gezielt angehen können.

→ Beitrag: Inhaberabhängigkeit reduzieren

Wie machen Sie Ihr Unternehmen für Private Equity attraktiv?

Indem Sie genau an den Punkten arbeiten, die den Investor überzeugen. Bauen Sie den Anteil wiederkehrender Umsätze aus, stärken Sie die Kundenbindung und sorgen Sie für gesunde Margen. Machen Sie sich als Inhaber ersetzbar und bauen Sie ein Management auf, das auch nach Ihrem Ausstieg trägt. Und sorgen Sie dafür, dass Ihre Zahlen sauber, nachvollziehbar und belegbar sind.

Das ist keine kurzfristige Kosmetik, sondern die Arbeit von ein bis zwei Jahren. Aber es ist dieselbe Arbeit, die Ihr Unternehmen auch für strategische Käufer und für einen höheren Preis attraktiv macht. Wer sein Unternehmen sauber aufstellt, muss sich nicht auf einen Käufertyp festlegen, sondern macht es für alle interessant. Und mehrere interessierte Käufer sind der beste Weg zu einem guten Preis.

Und jetzt?

Sie wissen jetzt, worauf Private-Equity-Investoren bei Software- und IT-Unternehmen achten: wiederkehrende Umsätze, Wachstumspotenzial, ein starkes Management und saubere Zahlen. Und Sie wissen, was sie abschreckt.

Wenn Sie verstehen wollen, wie Investoren über Zukäufe wachsen, geht es zum Beitrag über Buy-and-Build. Wenn Sie Ihr Unternehmen gezielt attraktiver machen wollen, geht es zur Verkaufsvorbereitung. Und wenn Sie wissen wollen, ob Ihr Unternehmen für Finanzinvestoren interessant ist, reden wir.

→ Beitrag: Was steckt hinter einer Buy-and-Build-Strategie?

→ Beitrag: Unternehmensverkauf vorbereiten