Wie lange dauert ein Unternehmensverkauf?

Ein Unternehmensverkauf dauert in der Regel sechs bis zwölf Monate, gerechnet vom Start des Prozesses bis zur Unterschrift. Manche Verkäufe sind schneller durch, viele ziehen sich länger. Wie lange es am Ende wirklich dauert, hängt von der Vorbereitung, der Käufersuche und dem Verlauf der Prüfung ab. Dieser Beitrag zeigt, womit Sie realistisch rechnen müssen und was den Prozess beschleunigt oder ausbremst.

Fast jeder Inhaber unterschätzt die Dauer. Man stellt sich vor, im Frühjahr zu starten und zum Sommer verkauft zu sein. Die Realität sieht meist anders aus. Ein Unternehmensverkauf ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf, und wer das vorher weiß, verliert unterwegs nicht die Nerven.

Womit müssen Sie realistisch rechnen?

Mit sechs bis zwölf Monaten, eher mehr als weniger. Diese Spanne ist der Normalfall bei einem sauber geführten Verkauf eines IT- oder Software-Unternehmens. Nach oben ist die Grenze offen: Verkäufe, die sich über anderthalb Jahre und länger ziehen, sind keine Seltenheit, vor allem wenn die Vorbereitung schwach war oder die Käufersuche zäh läuft.

Deutlich schneller als ein halbes Jahr geht es fast nur, wenn der Käufer schon feststeht, etwa bei einer Übergabe ans eigene Management. Sobald der Markt breit angesprochen wird und mehrere Interessenten mitbieten, braucht das schlicht seine Zeit. Und diese Zeit ist gut investiert, denn genau der Wettbewerb unter den Käufern treibt den Preis.

Wie verteilt sich die Zeit auf die Phasen?

Ungleich. Die Vorbereitung ist oft die längste Etappe, wenn man sie ernst nimmt, und läuft idealerweise schon lange vor dem eigentlichen Verkauf. Die reine Aufbereitung von Unterlagen und Bewertung kann mehrere Wochen bis Monate dauern.

Die Käuferansprache und die ersten Gespräche bis zum indikativen Angebot ziehen sich meist über einige Wochen bis wenige Monate, weil Interessenten Zeit brauchen, um sich einzulesen, kennenzulernen und zu entscheiden. Die Prüfung, die Due Diligence, dauert je nach Größe und Ordnung des Unternehmens einige Wochen bis mehrere Monate. Die Schlussverhandlung und der Vertrag kommen mit noch einmal einigen Wochen dazu. Kein Abschnitt lässt sich beliebig beschleunigen, ohne dass die Qualität leidet.

→ Beitrag: Die Phasen eines Unternehmensverkaufs

Was bremst einen Verkauf aus?

Meistens hausgemachte Dinge. Der häufigste Bremsklotz sind schlecht aufbereitete Unterlagen. Wenn der Käufer in der Prüfung ständig nachfragen muss, weil Zahlen fehlen oder Verträge nicht auffindbar sind, zieht sich alles in die Länge.

Weitere typische Zeitfresser: eine zähe Käufersuche, wenn der Markt nicht breit genug angesprochen wurde. Eine Prüfung, die Überraschungen zutage fördert und Nachverhandlungen auslöst. Verhandlungen, die sich an einzelnen Klauseln festbeißen. Und schlicht das Tagesgeschäft, das nebenher weiterläuft und dem Inhaber die Zeit raubt. Vieles davon haben Sie selbst in der Hand, wenn Sie vorne sauber arbeiten.

→ Beitrag: Unternehmensverkauf vorbereiten

Was beschleunigt einen Verkauf?

Vorbereitung, Vorbereitung, Vorbereitung. Wer die Unterlagen früh in Ordnung bringt, einen aufgeräumten Datenraum bereithält und die eigenen Schwachstellen kennt, bevor der Käufer sie findet, spart in der Prüfung Wochen. Ein Unternehmen, das ohne den Inhaber läuft, überzeugt schneller.

Auch professionelle Begleitung macht Tempo. Ein M&A-Berater führt mehrere Interessenten parallel, hält den Prozess in Bewegung und verhindert, dass der Verkauf zwischen Tagesgeschäft und Verhandlung liegen bleibt. Der Verkauf wird dadurch nicht über Nacht fertig, aber er läuft geradliniger und ohne unnötige Warteschleifen.

→ Beitrag: Den Datenraum vorbereiten

→ Beitrag: Welche Rolle spielt ein M&A-Berater?

Und jetzt?

Sie wissen jetzt, dass ein Verkauf Zeit braucht und woran das liegt. Die wichtigste Konsequenz: früh anfangen. Wer die Vorbereitung ein bis zwei Jahre vor dem geplanten Ausstieg beginnt, verkürzt später den eigentlichen Prozess und verkauft aus einer stärkeren Position.

Wenn Sie wissen wollen, was in den einzelnen Phasen genau passiert, geht es zum Ablauf im Detail. Wenn Sie den Prozess von vornherein schlank halten wollen, geht es zur Vorbereitung. Und wenn Sie den Verkauf nicht unnötig in die Länge ziehen wollen, reden wir.

→ Beitrag: Die Phasen eines Unternehmensverkaufs

→ Beitrag: Unternehmensverkauf vorbereiten